Berücksichtigung von Unsicherheit


Bullwhip Effekt

Der Begriff Bullwhip-Effekt (Peitschenschlag-Effekt) beschreibt folgende Erscheinung in mehrstufigen logistischen Ketten, z.B. Händler, Großhändler, Produzent, Lieferant: obwohl die Variabilität der Nachfrage beim Händler gering ist, zeigt die Nachfrage, der sich der Großhändler gegenübersieht (die Bestellungen der Händler) bereits größere Schwankungen. Die Nachfrage, die beim Produzenten eintrifft (die Aufträge der Großhändler) hat eine noch höherer Variabilität, usw. Je weiter man stromaufwärts in der Supply Chain ist, umso größer ist die Variabilität der Nachfrage. Dies wurde bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhundert von Forrester mit einem kontinuierlichen Simulationsmodell (Simulationssprache Dynamo) gezeigt.

Der Begriff Bullwhip-Effekt scheint von Procter und Gamble geprägt worden zu sein, nachdem man dort die Nachfrage nach Pampers-Windeln untersucht hatte. Da die Anzahl an Babys (Endverbraucher) mittelfristig konstant war, konnte auch von einer geringen Variabilität der Nachfrage nach Windeln ausgegangen werden. Das war auch der Fall. Trotzdem beobachtete man bei Procter and Gamble, daß die aus dem Handel eintreffenden Aufträge starken Fluktuationen unterworfen waren. Die Schwankungen waren wesentlich größer als die Bedarfsschwankungen, denen sich der Handel gegenübersah. Außerdem beobachtete man um so höhere Nachfrageschwankungen, je weiter eine Stufe der logistischen Kette von der letzten Stufe (Endverbraucher) entfernt war.

Das folgende Bild zeigt die Verstärkung der Schwankungen der Nachfragemenge. Ursache war in diesem Fall die dynamische Anpassung der Prognose an die Entwicklung der Nachfrage (Informationsverzerrung). Dies führte zu einer dynamischen Veränderung des Sicherheitsbestands, die sich wiederum auf die Bestellmenge beim Lieferanten auswirkte.

 


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Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 08.05.2005.